Hoffnung Mensch – Michael Schmidt-Salomon las in Frankfurt

Plakat Hoffnung MenschVor vollem Haus las Michael Schmidt-Salomon am 27. März 2014 in Frankfurt aus “Hoffnung Mensch“, dem Abschluß seines Werkzyklus über evolutionären Humanismus. Er formuliert seinen Glauben an die Menschheit, an die Entwicklungsfähigkeit des Menschen – nachdem er die Widrigkeiten deutlich herausarbeitet, denen die menschliche Existenz ausgesetzt ist. Der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung las auf Einladung der Säkularen Humanisten – gbs Rhein-Main.

Schmidt-Salomons Vortrag war dreigeteilt wie sein Buch: im ersten Abschnitt “die bedrängte Spezies” zitierte der Philosoph den Pessimisten Schopenhauer, der über die “kleinen, größeren und großen Widrigkeiten des Lebens” schrieb, und Shakespeares König Macbeth, der ebenso über die Vergeblichkeit menschlichen Strebens klagte. Nicht nur mit Blick auf weltweite Armut hielt Schmidt-Salomon fest, dass der Mensch mit allen erdenklichen Arten des physischen und psychischen Leids konfrontiert ist – und dabei weiß, dass er diesen Übeln nicht entgehen kann, sosehr er sich auch immer anstrengt.

Weiterlesen

Veranstaltungsbericht: Ende eines Mythos

Rolf Bergmeier, (c) privat

Viele Politiker predigen gebetsmühlenartig, wir lebten in einer Welt, die von der „christlich-abendländischen Kultur“ geprägt sei.

Deren Existenz stellt der Historiker Rolf Bergmeier ohne Wenn und Aber infrage. Mehr noch, er entlarvt sie in seinem Fazit als dreiste Lüge. Bei seinem detailreich vorgetragenen Referat im Haus Weitblick der Giordano Bruno Stiftung (gbs) in Oberwesel am 2. Februar blickte er auf viele Jahre historischer Studien in über tausend Quellen zurück. Die daraus entstandenen Werke „Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums“ und „Schatten über Europa“ bilden mit dem neuesten Band „Christlich-abendländische Kultur“ eine Trilogie zu diesem kulturpolitisch höchst brisanten Thema.

Kenntnisreich und mit vielen Zitaten belegt demontierte Bergmeier in seinem gut besuchten Vortrag die Mär der kulturellen Wurzeln Europas im Christentum. Im Gegenteil, er brandmarkte dessen kulturvernichtende Wirkung als einen tausendjährigen Niedergang der in griechisch-römischer Antike gewonnenen Erkenntnisse.

Weiterlesen

Ermittlungen gegen Erzbischof Zollitsch?

Dr. Wolfgang Klosterhalfen hat am 23. Januar 2014 die Staatsanwaltschaft Freiburg i.Br. schriftlich aufgefordert, zu prüfen, ob sich der Freiburger Erzbischof Dr. theol. Robert Zollitsch im Sinne des §130 StGB (Volksverhetzung) strafbar gemacht hat. So ist es jedenfalls dem Schreiben, das er auf seiner Homepage veröffentlicht hat, zu entnehmen:
==>  reimbibel.de/Zollitsch

Darin beklagt Dr. Klosterhalfen, dass der Erzbischof “die Menschenwürde anderer [...] angegriffen, dass er die Hälfte der deutschen Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich gemacht und verleumdet hat.” Er macht das vor allem an einer Passage einer Rede Dr. Zollitschs vom 14. Januar 2014 beim Neujahrsempfang der Erzdiözese Freiburg fest. Dr. Klosterhalfen fasst die betreffenden Aussagen des Erzbischofs wie folgt zusammen:

  • Ungläubige würden die Gesellschaft geist[l]ig entkernen.
  • Ungläubige seien nicht weit davon entfernt, gewissenlos zu handeln, weil sie keine innere Verpflichtung mehr spürten.
  • Ungläubige seinen nicht weit davon entfernt, mit gebrochenem geistigen Rückrat apathisch zu werden.
  • Ungläubige könnten sogar aggressiv und für Ideologien anfällig werden und ihre innere Spannung und geistliche Not an Anderen abreagieren.
  • Menschen, die ohne den Glauben an Jesus Christus lebten, täten dies ohne einen Horizont von Sinn.

Weiterlesen

Kommentar zum KiKA-Beschneidungsfest: Messer am Penis – Schere im Kopf

Mein Körper gehört mir

Mein Körper gehört mir

So, jetzt ist es also gelaufen.
Das Beschneidungsfest des 11-jährigen Tahsin. Ich habe dank KiKA in seine Welt geschaut und mir wurde übel. Nicht, weil die Genitalverstümmelung als blutiger Ernst gezeigt wurde – das hätte noch heilsam wirken können – sondern weil alles Drumherum eitel Sonnenschein, Friede, Freude, Eierkuchen war.

Wirklich alles?
Hat keiner die leisen Töne gehört, bei all der orientalischen Musik, dem Geschnatter der Verwandtschaft? Die Angst, die Tahsin offen aussprach? Den Vater, der meinte: „Es wird nicht geweint!“? Und dann fragte: „Hast du Angst?“ Sein Sohn log ihn an: „Nein!“ Warum nur? Hatte er nicht nur Angst vor der Beschneidung, sondern auch vor seinem Vater? Vor dessen Reaktion? Vor der Befürchtung, dann vielleicht doch kein richtiger Mann zu werden – einen Tag später, also mit elf Jahren und einem Tag?

Hat das wirklich niemand gehört?
Weiterlesen

Beschneidungsfest auf dem KiKA

Mein Körper gehört mir

Momentan gibt es im Netz und der säkularen Szene einigen Aufruhr, weil der KiKA am Sonntag, den 19. Januar 2014, um 13:30 Uhr eine sog. Dokumentation über “Tahsins Beschneidungsfest” bringt. „Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann“, sagt Tahsin laut der Beschreibung zur Sendung auf der KiKA-Seite.

Wie auch andere säkular-humanistische Organisationen (hier z.B. ein Bericht des Humanistischen Pressedienstes – hpd) sehen wir die zu vermutende Darstellung der Jungen-Beschneidung mit großer Sorge. Eine verharmlosende Darstellung, welche die immer noch andauernde Kontroverse zur Beschneidung in Deutschland (bewusst?) außen vor lässt, steht unserer Meinung nach im Widerspruch zum Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals.

Unser 1. Vorsitzender Bernd Kammermeier hat daher, wie viele andere Personen und Organisationen inzwischen auch, dem KiKA schriftlich seine Bedenken und seine Kritik mitgeteilt. Hier sein Text:

Weiterlesen

Kirchen und ihre Finanzen

Gottes Lohn war nicht das Thema im Saalbau Bornheim in Frankfurt am Main. Die gbs Rhein-Main hatte in Kooperation mit dem HVD Hessen und der Frankfurter Rundschau zu einer Podiumsdiskussion geladen, bei der es ums Eingemachte ging – unser Geld. Eine Designerbadewanne und ein Bischof, der jedes Maß verloren zu haben schien, mögen der Anlass gewesen sein, doch etwa 50 Besucher im Clubraum 1 wollten mehr über das undurchsichtige finanzielle Gebaren der Kirchen in Deutschland hören – und über die Gründe, warum der Staat ihnen dabei keinen Einhalt gebietet. Es ging um die Frage: Was leisten, was kosten die Kirchen?

Eine Designerbadewanne und ein Bischof, der jedes Maß verloren zu haben schien, mögen der Anlass gewesen sein, doch etwa 50 Besucher im Clubraum 1 wollten mehr über das undurchsichtige finanzielle Gebaren der Kirchen in Deutschland hören – und über die Gründe, warum der Staat ihnen dabei keinen Einhalt gebietet. Es ging um die Frage: Was leisten, was kosten die Kirchen? Weiterlesen

Schnittmenge zwischen Glauben und Wissenschaft?

Ein Bericht von Bernd Kammermeier über den Vortrag von Dr. Klaus Bratengeier

bratengeier-bearb

Herr Bratengeier während seines Vortrages
Foto: Manja Neuhaus

Der eine oder andere wird meinen Bericht „Die Höhle der anderen, Teil 1 und 2“ auf unserer Homepage gelesen haben. Er handelt von meiner Begegnung mit der evangelisch-methodistischen Kirche auf Einladung deren Superintendenten Hecker hin. Ich hatte die Ehre meine Weltsicht als Atheist/evolutionärer Humanist darzulegen. Bei dieser Veranstaltung lernte ich einen interessanten und äußerst sympathischen Physiker kennen, der zwischen der Welt der Gläubigen und jener der Naturwissenschaften hin und her zu pendeln schien. Das – so fand ich damals – könnte auch die Freunde der gbs-Rhein-Main interessieren. Für viele von uns mochte dieser Spagat unmöglich sein, schließt sich doch Glauben und Wissenschaft einander aus. Weiterlesen

Deschner-Lesung im Club Voltaire

Harten Tobak lasen Alexa Waschkau und Peter Menne im Frankfurter “Club Voltaire”. Die beiden trugen aus dem Werk von Karlheinz Deschner vor, um so den Kirchenkritiker zu würdigen und die Vollendung seines Opus Magnum “Die Kriminalgeschichte des Christentums” zu feiern: der 10. Band erschien diesen März. “Die Politik der Päpste” gilt als inoffizieller elfter Band – eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage erschien im Oktober.

Das ganze, vieltausendseitige Werk läßt sich natürlich nicht an einem Abend lesen – Alexa Waschkau und Peter Menne präsentierten eine Auswahl aus der “Kriminalgeschichte” und aus “Das Kreuz mit der Kirche. Eine Sexualgeschichte des Christentums“. Auf den über 500 Seiten macht Deschner drastisch deutlich, wie schwer der hehre sittliche Anspruch mit der kirchlichen Praxis kollidiert. Weiterlesen