Hartmut Krauss zur Frage, ob der Islam faschistisch ist

Hartmut Krauss

Ist der Islam faschistisch?

Oder ist er aus sich selbst heraus ohne europäische Begriffsanleihe genügend negativ bestimmt?

von Hartmut Krauss

Die als Veranstaltungsthema gestellte Frage lautet: Ist der Islam faschistisch? Ich möchte zunächst mit einer Gegenfrage antworten: Ist nicht der Faschismus, genauer der deutsche Nationalsozialismus, eine ideologisch-politische Strömung, die Grundinhalte, Strukturen und Muster vormodern-religiöser, autoritär-absolutistischer Herrschaftsideologien, darunter die islamische Weltanschauung, adaptiert und verarbeitet? D. h.: Steht der deutsche Faschismus nicht in einem vermittelten politisch-ideologischen Erbschaftsverhältnis auch zum morgenländischen Islam? Findet der deutsche Faschismus im Islam nicht ein historisches Vorbild für militante Eroberung, Versklavung von Kriegsgefangenen, Vernichtung von als minderwertig angesehenen Bevölkerungsgruppen und ideologische Gleichschaltungsprozeduren?

Zu Recht gilt die fabrikmäßige Vernichtung der Juden als beispielloses verabscheuungswürdiges Verbrechen des 12 Jahre währenden NS-Regimes. Betrachten wir aber die Gewaltpraxis im Namen des Islams, dann finden wir auch hier zahlreiche historisch- und aktualempirische Fakten, die ein enormes legitimationsideologisch vermitteltes Aggressionspotenzial offenbaren.

Beim hier vorliegenden Text handelt es sich um ein überarbeitetes und um ein Literaturverzeichnis ergänztes Referat, gehalten am 20. Februar 2015 auf einer Veranstaltung der GBS Rhein-Main in Frankfurt.

Hier das ganze Referat

Mina Ahadi zur Frage, wie faschistisch der Islam ist

Mina Ahadis Rede in Frankfurt – 20.02.2015

IslamveranstaltungAm 27. Oktober 2012 war ich drei Tage lang in Den Haag. Dort in den Niederlanden fand ein Tribunal gegen die Brutalität der islamischen Regierung des Iran statt.

Das Iran Tribunal war eine internationale symbolische Gerichtsverhandlung, die von einigen Überlebenden der iranischen Gefängnisse und auch von Angehörigen der Hingerichteten aufgestellt wurde. Im Den Haager Friedenspalast (dem Gebäude des Internationalen Gerichtshofs und der Haager Akademie für Völkerrecht) arbeiteten wir für drei Tage als richtiges Gericht mit namhaften Richtern und Anwälten und haben dort gegen das Islamische Regime Anklage erhoben. Mina Ahadi zur Frage, wie faschistisch der Islam ist weiterlesen

Der Mensch – das betende Tier

FlammarionWoodcutSoweit wir wissen waren alle bisherigen Völker religiös, glaubten also, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als sich unsere Schulweisheit träumen lässt.

Warum ist das so? Weil es tatsächlich mehr gibt? Konnten sich alle Völker irren?

Es gibt viele Theorien über die Entstehung der Religion. Die älteste, die schriftlich überliefert wurde, ist die noch immer beliebte Priesterbetrugstheorie des athenischen Staatsmannes Solon (6. Jhdt. v. u. Z.): Priester haben die Religion erfunden, um Macht über die Menschen zu erlangen.

Der Sachbuchautor Alfred Binder hat einige der Religions-Entstehungs-Theorien, vor allem die neuesten, gesichtet und die für ihn plausibelsten Erklärungen zu einer „eigenen“ Theorie verschmolzen. Er wird diese, anhand seines Buches „Religion – Eine kurze Kritik“ (Alibri-Verlag 2014), vorstellen.

Am Donnerstag, den 19.03. 2015 – 19:30 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 – 1. Stock
Der Eintritt ist frei

“Das hat mit dem Islam nichts zu tun!”

Mina Ahadi Foto von Mathias Schindler.
Mina Ahadi
Foto von Mathias Schindler.

Wer sich in das Thema “Islamkritik” einmischt, gerät schnell in eine komplizierte Debatte mit verschiedensten Akteuren. Die Argumente der Anhänger/innen rechter Gruppierungen wie “Politically Incorrect”, “ Pax Europa” und “Pegida” und andere “Abendlandschützer/innen” sind zum Teil nicht auf den ersten Blick als rechtslastig auszumachen.

Auf der anderen Seite wird häufig jede Kritik am Islam, selbst von muslimischer Seite, per se als “rassistisch” diffamiert.

Sich in diesem Spannungsfeld mit einem aufgeklärten, rationalen Standpunkt Gehör zu verschaffen, sich weder von den einen, noch von den anderen vereinnahmen zu lassen und gleichzeitig gegen beide Gruppen abzugrenzen ist schwierig, aber notwendig.

Islamischer Faschismus? Zu der These von Hamed Abdel-Samad
Der Islamismus entstand parallel zum italienischen Faschismus und zum Nationalsozialismus. Das faschistoi­de Gedankengut des Islamismus ist allerdings viel älter. Die Grundzüge des Faschismus scheinen im Islam überall durch, so in der Organisationsstruktur wie in den religiösen Inhalten, und reichen bis in den Ur-Islam zurück.

Über diese These des Politologen und Autor Hamed Abdel-Samad sprechen und diskutieren Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, und Hartmut Krauss, Erziehungswissenschaftler.

Die Veranstaltung findet im Saalbau Bornheim – Clubraum 1,  Arnsburger Straße 24
60385 Frankfurt am Main, statt. Es ist ein Kostenbeitrag von 5 Euro zu entrichten.

Die religiöse Dämonisierung der Sexualität – eine Spurensuche in dunkler Vergangenheit

Helge Nyncke
Helge Nyncke

Helge Nyncke, u.a. bekannt als Illustrator des skandalumwitterten religionskritischen “Ferkelbuchs”, stellt diesmal als Autor seines wissenschaftsphilosophischen Buchs “Eine GOTTeslästerliche Floßfahrt – Leichtsinnige Variationen über tiefsinnige Fragen” seine darin entwickelte These zum Ursprung der religiösen Dämonisierung der Sexualität vor – und selbstverständlich auch zur Diskussion. Als evolutionärer Humanist leitet er diese verblüffend und konsequent aus der frühzeitlichen psychosozialen Kulturgeschichte der Menschheit her und spannt damit kühn und provokant einen weiten Bogen bis in unsere Zeit.

Am 15.1.2015 – 19:30 Uhr im Club Voltaire, 1. OG, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main.

4. Treffen des Philosophiekreises der gbs Rhein-Main am 20.12.2014

Jean-Léon_Gérôme_-_Diogenes_-_Walters_37131Der Philosophiekreis der Säkularen Humanisten lädt alle Interessierten sehr herzlich
zu seinem 4. Treffen am 20. Dezember 2014, 18:00 Uhr, in den Club Voltaire, 1. Stock, ein.

Gegenstand der Diskussion wird das Kapitel 4 Das Urteil, aus dem Buch Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann des Philosophen Herbert Schnädelbach, sein.

Auch wer bisher noch nicht dabei war, ist jederzeit herzlich willkommen. —-> mehr 

Thema: Religionsunterricht an staatlichen Schulen

ReligionsunterrichtObwohl in unsere Gesellschaft, mehr als ein Drittel aller Menschen keiner Kirche angehören, ist Religionsunterricht in der Schule immer noch der Standard. Der Unterricht dient nicht etwa der Aufklärung über verschiedene Religionen sondern ausschließlich der Erziehung zu einem kirchlichen Wertebild und zur Vermittlung eines religiösen Bekenntnisses. Auch wenn in der Theorie nicht-religiöse Schülerinnen und Schüler nicht gegen ihren Willen oder den Willen ihrer Eltern zur Teilnahme gezwungen werden können, sieht die Realität doch ganz anders aus. Besonders in ländlichen Gebieten und in Grundschulen gibt es nur selten echte Alternativen um die bestehende Schulpflicht nicht zu verletzen. Woran liegt das und was kann der organisierte Atheismus dagegen unternehmen? In der säkularen Szene gibt es darauf verschiedene Antworten. Was ist praktisch umsetzbar? Was nachhaltig sinnvoll?
Diskutieren Sie mit am Donnerstag den 20.November um 19:30 Uhr im Club Voltaire – Clubraum 1. Etage.

Diese Veranstaltung wird von der gbs Rhein-Main gemeinsam mit dem Humanistischen Verband Deutschlands (HVD) durchgeführt. Wir freuen uns sehr, dass auch Martin Wagner – Landesvorsitzender des IBKA kommen wird. Martin hat dieses Thema schon sehr ausführlich bearbeitet und wird uns sicher viele Informationen geben können.

Was bedeutet es, ein Humanist zu sein? (1/5)

Theresiana-Leiter
Folterinstrument

Humanismus scheint die einzige Weltanschauung, die heute vernünftigerweise noch möglich ist. Aber Humanismus ist ein äußerst schwammiger Begriff, wir können ihn an die unterschiedlichsten Anschauungen und Ziele heften.

Was bedeutet es, für das alltägliche Leben sich als Humanist zu verstehen? Was bedeutet Humanismus auf politischer Ebene? Ist er angesichts der Bedrohung der Menschheit durch Terror und Atomwaffen eine realistische Position?

Was Humanismus konkret bedeutet, wollen wir an diesem Abend in erster Linie am Beispiel der Folter diskutieren. Als Humanisten lehnen wir sie grundsätzlich und strikt ab. Das Folterverbot scheint so selbstverständlich Teil einer humanistischen Einstellung zu sein, dass sein Hinterfragen stark befremdet. Aber ist es so einfach? Kann es nicht tatsächlich Situationen geben, in denen Folter gerechtfertigt ist, wie auch jeder fünfte Deutsche meint?

Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion nach einem kurzen Vortrag von Alfred Binder.

Religion ohne Gott

http://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Dworkin#mediaviewer/Datei:Ronald_Dworkin_at_the_Brooklyn_Book_Festival.jpg
Ronald Dworkin

ist der Titel eines Buches des amerikanischen Philosophen Ronald Dworkin (1931-2013). Im ersten Satz des Buches heißt es: “Religion ist etwas Tieferes als Gott – ….”

Das besondere Augenmerk Dworkins gilt den trennenden, vor allem aber den verbindenden Aspekten in den Haltungen von Theisten und “religiösen Atheisten”. Als trennend versteht er z.B. den Glauben an die Existenz Gottes, als verbindend Werte und das ehrfürchtige Staunen über die Erhabenheit und Schönheit des Universums. Sein Ziel ist, einen Beitrag zu leisten zur Überwindung des Kampfes zwischen den unterschiedlichen Weltanschauungen.

Das Atheisten angeheftete Attribut “religiös” hat mit dem herkömmlichen Verständnis dieses Wortes allerdings nichts zu tun. Dworkin leitet es vielmehr ab aus einer Neuinterpretation des Begriffs Religion – ein Teilaspekt der philosophischen Überlegungen Dworkins, der sicher viel Gesprächsstoff bietet.

Artur Lechelt präsentiert einige Thesen Dworkins als Grundlage für die nachfolgende Diskussion.

Wann? – 18.9.2014 – 19:30

Wo? – Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 60313 Frankfurt am Main

Was wissen Philosophen? – Philosophiekreis der Säkularen Humanisten lädt ein

Jean-Léon_Gérôme_-_Diogenes_-_Walters_37131
Darstellung des Diogenes

„Von der Philosophie will ich nichts weiter sagen, als daß ich sah, sie sei von den vorzüglichsten Geistern einer Reihe von Jahrhunderten gepflegt worden, und dennoch gebe es in ihr nicht eine Sache, die nicht umstritten und mithin zweifelhaft sei“.

Gilt das Urteil Descartes, das er vor über 350 Jahren über die Philosophie fällte, heute immer noch, oder mehr denn je? Gibt es eine Sache, die in der Philosophie nicht umstritten und zweifellos ein Wissen ist?

Der Philosoph Herbert Schnädelbach ist der Ansicht, es gibt sogar eine ganze Menge solcher Sachen, es gibt Wissen, das grundlegend für jedes Philosophieren ist und vielleicht auch hilfreich für viele Lebensbereiche.

Um das zu überprüfen lesen wir: Herbert Schnädelbach: Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann. 236 Seiten, 12, 95 Euro. Jedem Kapitel soll mindestens ein Diskussionsabend gewidmet sein.

Wir treffen uns jeden dritten Samstag im Monat um 18 Uhr im Club Voltaire, 1. Stock. Anmeldung erbeten bei Dr. phil. Gerd Schrader – gerd.schrader@gmx.de. Unkostenbeitrag 2 Euro.

Das erste Treffen findet am 20. September statt. Wir diskutieren über die „Einleitung“ und über das Kapitel 1 „Philosophie und Wissenschaft – eine kurze Problemgeschichte“